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Wohl kaum ein Land ist so reich an Geschichte wie die
Türkei. Heute ist die Türkei eine moderne Demokratie, in der neben anderen
Industriezweigen der Tourismus eine immer wichtigere Rolle spielt. Kein Wunder,
denn in der Türkei verbinden sich Tradition und Zukunft, Gebirge und Meer,
Großstädte und Dorfleben zu einer einzigartigen Mischung, die Besucher aus der
ganzen Welt anzieht und begeistert.
Lage & Geographie
Durch ihre geografische Lage zwischen Schwarzmeer
und Mittelmeer ist die Türkei ein Korridor zwischen Asien und Europa. Von den Europäern
wurde sie immer als Tor betrachtet, das sich zum Osten hin öffnet.
Das Land ist an drei Seiten von Wasser umschlossen. Dies trug dazu bei, dass
die Türkei seit jeher Beziehungen zu Staaten in aller Welt unterhielt. Die
insgesamt 8.272 km langen Küsten und die spezielle Brückenfunktion des Landes
mögen der Grund für zahlreiche Völkerwanderungen und den Verlauf von
Handelsstraßen gewesen sein.
70.200 qkm des Landes, dessen Umrisse auf der Landkarte fast ein Rechteck
bilden, gehören zu “Kleinasien”, auch “Anatolien” genannt.
Dieses, wie eine Halbinsel anmutende Gebiet liegt im Osten, die restlichen
24.378 qkm der Türkei befinden sich im europäischen Teil auf der
Balkanhalbinsel.
1941, beim ersten Geografen-Kongress in Ankara, wurde das Land in sieben
geografische Zonen eingeteilt. Das sind einmal die Küstengebiete an
Schwarzmeer, Marmarameer, Mittelmeer und der Ägäis, ferner die im Landesinneren
befindlichen Gebiete Zentralanatolien, Ostanatolien und Südostanatolien.
Gebirge
In der Türkei sind Bergformationen vorherrschend,
zwischen denen man weite Hoch- und Tiefebenen sowie Täler findet. Diese
geografischen Bedingungen beeinflussen das Klima und die Infrastruktur. Mit dem
Fazit, dass in jeder der sieben Regionen eine andere Flora, Fauna und
Agrarkultur vorherrscht.
Im Norden und Süden ziehen sich Gebirgsketten die gesamte Küste entlang, im
Norden das nordanatolische Gebirge, im Süden das Taurusgebirge. In der Ägäis
und der Mittelmeerregion sind die Gebirgsketten häufig unterbrochen, was zur
Entstehung einiger Täler beitrug. In Südostanatolien, etliche Kilometer von den
Ausläufern des Taurusgebirges entfernt, breiten sich große Ebenen aus. In der
Osttürkei befindet sich mit 5.137 m Höhe der höchste Berg der Türkei, der
Ararat.
Gewässer
Die meisten der zahlreichen türkischen Flüsse
werden zur Energiegewinnung genutzt. Die ostanatolischen Flüsse Euphrat und
Tigris münden in den Basra-Golf. 9.200 qkm der Landesfläche werden von Seen
eingenommen, von denen sich die meisten in Ostanatolien befinden. Der mit 3.713
qkm größte See der Türkei ist der Van-See, auf dem sogar Dampfer verkehren. Die
größeren Seen in Mittelanatolien sind seicht und salzig.
Für den internationalen Handels- und Schiffsverkehr sind das Marmara-Binnenmeer
mit seinen Meeresengen und das Schwarze Meer wichtige Wasserstraßen. Das
komplett innerhalb türkischer Grenzen befindliche Marmara-Binnenmeer und der
Bosporus öffnen sich zum Schwarzmeer, während die Dardanellen eine Verbindung
zum Ägäischen Meer und zum Mittelmeer herstellen.
Meere
Das Schwarzmeer nimmt eine Oberfläche von 42.400
qkm ein. Seine Küsten sind 1.695 km lang, die tiefste Stelle des Meeres beträgt
2.244 m.
Der Landstrich am Schwarzmeer besteht zum größten Teil aus Steilküste, die
Wassertiefe fällt vom Ufer her rasch bis auf 1.500 m ab. Geringe Verdunstung
und viele Süßwasserzuflüsse bewirken einen niedrigen Salzgehalt von 18 %, an
Flussmündungen 15 - 16 %.
Das Marmarameer, ein kleines Binnenmeer, welches Schwarzmeer und Mittelmeer
miteinander verbindet, besitzt 189 km Küste und eine Tiefe zwischen 760 und
3500 m. Der Salzgehalt des Wassers in dieser Schwarzmeer-Mittelmeerverbindung
beträgt 26 %.
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